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Die neuen Möglichkeiten ernstnehmen!

In der klassischen Öffentlichkeitsarbeit lief die Information bisher einseitig vom Anbieter zum Publikum. Der Einzelne im Publikum konnte sich eine Meinung bilden oder nicht, konnte sie für sich behalten oder einem Freund weitersagen, konnte sich eventuell sogar an den Anbieter wenden und ihn in eine Diskussion verwickeln. Dann blieb das aber eine Diskussion zwischen den beiden. Und ob der Anbieter über diese Rückkoppelung dankbar war oder sich nur belästigt fühlte, blieb seine Sache.


Mit dem Internet sind die Kommunikationsmöglichkeiten erheblich erweitert worden. Allein die Leichtigkeit der Emailhandhabung führt zu vermehrten Rückmeldungen. Zusätzlich kann in den sozialen Medien auf breiterer Basis über den Anbieter diskutiert werden, ohne dass er einbezogen werden muss. Der Anbieter muss sich also eine öffentliche Diskussion über sich gefallen lassen.


Dadurch wird klar, was nun völlig anders geworden gegenüber den klassischen Zeiten: Die Kommunikation ist nicht mehr einseitig und der Anbieter hat die Meinungsbildung über sich nicht mehr allein in der Hand. Wenn er klug ist, mischt er dort mit und stellt sich den Fragen und Meinungen. Und er sieht darin nicht etwa eine Gefahr, sondern eine Herausforderung und Chance.


Eine Gemeinde will gewöhnlich Kontakt zu den Menschen um sie herum haben. Durch das Internet haben sich neue Darstellungsmöglichkeiten ergeben:


•  Möglichkeit zur Evangeliumsverkündigung  –  einseitig, vor Publikum
•  Vorführmöglichkeit (gelebtes Evangelium)  –  einseitig, vor Publikum
•  Bekanntgabemöglichkeit von Gemeinde-Angeboten  –  einseitig, vor Publikum
•  Kontaktaufnahmeangebote  –  interaktiv, wechselseitig

Werden diese fantastischen Möglichkeiten auch bewusst und gezielt genutzt?

Seid klug: Emailadressen vor Spammern schützen

Neu: Der Praxixstipp auf klugeschlangen.de: Spambots oder Harvester nennt man jene fiesen Programme, die Internetseiten durchkämmen und die darin enthaltenen Email-Adressen einsammeln. Die Ausbeute wird genutzt, um die Adresseninhaber mit Email-Werbung zu beglücken. Glücklich ist darüber aber kaum jemand. Meist sind solche UCEs (Unsolicited Commercial Email, unerwünschte kommerzielle Email) nur ein nerviger Störfaktor.
.....
Mehr zu lesen hier:
https://www.klugeschlangen.de/derpraxistipp.html

Heißbegehrte Professionalität

Jedem Webseitenbauer geht es runter wie Honig wenn er hört, dass sein Werk als "professionell" gelobt wird. Ein solches Lob kommt schnell. Innerhalb seiner Freundes- und Verwandtenkreises ist er oft der Einzige, der sowas schonmal gemacht hat, und das Ergebnis können sich die Bewunderer nur als Leistung von jemandem erklären, der tief in die Materie eingestiegen ist. Ein Profi also.


Der Begriff erfährt eine inflationäre Verbreitung, sodass er am Ende nichts mehr aussagt. Profi ist inzwischen jeder, entscheidend ist das richtige Konsumverhalten. Ich komme aus dem Baumarkt nicht mehr heraus ohne als Profi getätschelt worden zu sein. Dabei habe ich nur einen schnöden Hammer kaufen wollen. Der Baumarkt versichert mir aber, dass ich von nun an alles „wie ein Profi“ mache, was ich mit dem Hauwerkzeug anstelle.

„Jeder ist herzlich eingeladen“ ...

... „Wir würden uns freuen, Sie begrüßen zu dürfen“ und ähnliche Sprechblasen sind meist der misslungene Versuch der großen Geste gegenüber dem Seitenbesucher. Ein gequältes Bemühen eindringlicher Freundlichkeit, dem schon wegen seiner Floskelhaftigkeit jede Überzeugungskraft fehlt. Verschlissene Redensarten, die auf jedwedem Webangebot zu finden sind und daher kaum einen Ausweis für Originalität abgeben.
Wer die Aufmerksamkeit des Publikums mit derlei hohlem Sprech zu ergattern sucht, verrät eher, dass er nichts Substanzielles zu sagen weiß.

Die Wichtigkeit von Qualität auch im sprachlichen Auftreten wird nach meiner Beobachtung nicht genug geschätzt

Glaubwürdigkeit

Zur 'Glaubwürdigkeit' hatte ich mich weiter unten schonmal geäußert. Hier eine kurze Fortsetzung zur Verstetigung des Themas:


Glaubwürdigkeit ist eine Eigenschaft, die gut zu einer Seite passt, die sich mit dem Glauben befasst. Auch die verwendete Sprechweise stützt oder hinterfragt Glaubwürdigkeit. Prospektsprache stützt ganz bestimmt nicht.


Bestandteile von Glaubwürdigkeit:
• verständliche Sprache
• klare inhaltliche Positionierung
• klare Navigation, gut organisierter Inhalt
• klare Erreichbarkeitsangaben
• klare Verantwortlichkeitsangaben
• Fehlen von Anerkennungsbettelei
• bedachtsamer Gebrauch von Superlativen
• Identität von Anbieter und Domaininhaber


Klarheit, Offenheit, Transparenz offenbaren Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit des Anbieters.

Was macht eine Webseite interessant?

Diese Frage quält jeden Web-Bastler. Bei ihrer Beantwortung ist viel Spielraum für Spekulationen und Halbwissen, die eine effiziente Antwort kaum liefern werden.


Glaubwürdigkeit zum Beispiel ist einer jener Kriterienbegriffe, die hilfreicher sind. Glaubwürdiges Auftreten wertet jedwede Internetpräsentation in der Aufmerksamkeitsskala auf. Da in diesem Schlüsselbegriff das Wort "Glauben" schonmal eingearbeitet ist, sollten christliche Gemeinden aufhorchen. Ob eine Gemeinde-Webseite "toll" gelungen ist oder nicht, ist eher nebensächlich. Wer vom Glauben redet, sollte als erstes selbst glaubwürdig auftreten.


Aurora Harley von der Nielsen/Norman Group hat in einem -wie ich finde- spannenden Artikel dargestellt, was die Glaubwürdigkeit von Webseiten ausmacht. Sehr empfehlenswert, wenn auch leider nur mit Englischkenntnissen:
https://www.nngroup.com/articles/trustworthy-design/

Die Gemeinde im Internet - und der Liedvers dazu

Können Lieder eine Aussage haben für den Webseitenbau der Gemeinde? Neulich fiel mir folgender Vers auf:

"Auf dein Wort will ichs wagen, das Netz zu werfen aus,
will deine Botschaft tragen in manches Herz und Haus.
Herr, lass es wohl gelingen, schaff Früchte da und dort;
nicht Eignes will ich bringen, nur dein lebendig Wort.
"
Aus "Feiern und Loben" Nr. 95, Vers 3.

Da stellen sich Assoziationen ein. Wer sich als Gemeinde im "Netz" mit Beiträgen beteiligt, trägt "die Botschaft in manches Herz und Haus" oder sollte dies jedenfalls auf der Agenda haben. Das wäre das Gegenteil von Selbstdarstellung: "Nichts Eignes will ich bringen, nur dein lebendig Wort".
Das ist doch ein Wort!

Unnütze Anglizismen - und ein nützlicher

"News" und "Events" sind Anglizismen, die man hin und wieder auch auf Gemeindeseiten findet. Ob sie hilfreich sind, sei bestritten. "Usability" ist im Bereich von Internetseitengestaltung auch so ein Anglizismus. Der gehört jedoch dazu, auf jeden Fall. Aber nur als Begriff im Hintergrund, nicht etwa im Text der Seite selbst. Es handelt sich hierbei nämlich nicht um einen schnickschnackhaften Modebegriff, sondern eine äußerst nützliche Eigenschaft des Webauftrittes.


"Usability" meint die Gebrauchsfähigkeit einer Seite, ihre Handhabbarkeit, Besucherfreundlichkeit, Übersichtlichkeit. Es gibt im Netz zahlreiche Abhandlungen darüber, von denen ich eine hier empfehlen möchte:


http://www.seokratie.de/web-usability-grundlagen/


Usability sollte auf jeden Fall im Radar auch von Gemeinde-Webmastern auftauchen. Denn es geht hierbei um ein freundliches Verhalten gegenüber dem Seitenbesucher. Und das wäre ein Ausdruck der Nächstenliebe. Über die müssen wir nicht lange reden – wir sollten sie einfach vorführen.

Ich bin willkommen. Aber bitte wo?

Auf der Startseite einer Gemeinde fand ich diesen Text:
"Schön das Sie hier sind! Wir freuen uns immer über Gäste und das nicht nur virtuell im Internet. Keineswegs nur unsere Homepage, sondern auch die Tür unseres Gemeindehauses steht Ihnen zu den Veranstaltungen immer offen. Dort werden sie auch persönlich begrüßt. Schauen Sie doch einfach mal herein!"


Nett, so wertgeschätzt zu werden. Leider vergaß die Gemeinde zu erwähnen, WO DENN die offen stehende Tür zu finden ist und WO ich persönlich begrüßt werden würde und WO ich so einfach mal reinschauen kann. Erst nachdem ich mich zum Impressum durchgearbeitet hatte, wurde ich schlauer.


Merke:
Wer seine Einladung ernst meint, sollte im selben Atemzug auch die Zieladresse nennen und die Suche danach nicht der Findigkeit des Interessenten überlassen.
Siehe auch: http://www.klugeschlangen.de/willkommen-neindanke.html

Authentisch bleiben!

Wer in der Öffentlichkeit nicht authentisch auftritt, bekommt ein Glaubwürdigkeitsproblem. Man sollte nicht davon ausgehen, dass die Leute es nicht spüren, wenn man sich selbst einen anderen Charakter verpassen will als man hat.


Bei Gemeinde-Webseiten sehe ich immer wieder die Gefahr um die Ecke lugen, sich ein fröhlich-lockeres Freizeitwesen anzutünchen. Es ist nicht einfach, vom Glauben zu reden. Man präsentiert sich daher besser als Freizeitanbieter - in diesem Falle mit der Besonderheit eines religiösen Touches. Dazu ist die Gemeinde aber nicht in der Welt. Man versucht also, etwas anderes darzustellen als man berufungsmäßig ist.


In die Liste der Content-Kriterien (www.klugeschlangen.de/contentkriterien.html) habe ich nun die thematische Ergänzung 'authentisch bleiben' eingefügt. Diese Liste erfährt von Zeit zu Zeit Veränderungen oder Ergänzungen, sodass sich ein gelegentlicher Blick auf das Aktualitätsdatum am Ende empfiehlt.

Die Besucherperspektive einnehmen

"The best way to prevent pogo-sticking is by getting in the searcher’s head."


Wo immer man auf Bücher oder Webseiten stößt, die bei der Formung des Inhaltes eines Webangebotes helfen können, ist die Mahnung nicht weit, sich in die Lage und Denke eines Besuchers zu versetzen. Das ist für Macher ein schwerer Weg, denn die Machereigenschaft kann man nicht einfach so wechseln wie die Tastaturbelegung. Aber der Ansatz sollte nicht ausgelassen werden.


Das obige Zitat stammt aus einer Thematisierung des sogenannten pogo-sticking. Dies bezeichnet eine auf etlichen Seiten zu findende Unart, den Besucher von Link zu Link hüpfen zu lassen, ehe er den versprochenen Inhalt findet. Das ist nicht mein Motiv für diesen Post, sondern der Tipp, den die Autorin (Vanessa Copeland) in diesem Zusammenhang empfiehlt: Der beste Weg, Pogosticking vorzubeugen ist, in den Kopf des Suchers hineinzugehen.


Auf deutsch sagt man dazu "Die Besucherperspektive einnehmen" - eine weit unterschätzte Wichtigkeit bei der inhaltlichen Gestaltung eines Webangebotes. Das gilt nicht nur im Falle von Pogosticking, sondern in jeglicher Hinsicht einer Webseite. Es ist darüber hinaus eine verblüffende moderne säkulare Wiederholung dessen, was uns Jesus schon auf den Weg gegeben hat: Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch - Matthäus 7, 12.


Den ganzen Artikel (nur in englisch, leider), findet man unter
http://www.business2community.com/seo/pogo-sticking-relates-seo-0706501